Arbitrium

Zeitschrift für Rezensionen zur germanistischen Literaturwissenschaft

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1983 gründeten Wolfgang Frühwald und Wolfgang Harms die Zeitschrift ARBITRIUM, deren programmatischer Titel bereits auf die von ihren Mitarbeitern geforderten Fähigkeiten verweist: die Beschränkung auf das Wesentliche, die kritische Würdigung des in dem rezensierten Werk Geleisteten und des nicht Geleisteten, das gerechte Urteil über das Ganze wie das Einzelne. Die Holzschnitt-Vignette des Titelblatts bietet Anlass, diesem Verständnis des ARBITRIUM - Titels weitere Aspekte hinzuzufügen. Die Graphik von Jörg Breu stammt aus dem Emblematum liber des Andrea Alciato, das 1531 in Augsburg erschien. Am Beispiel eines Gelehrten demonstriert sie das Dilemma divergierender Kräfte: des sich aufschwingenden Intellekts (ingenium) und der niederdrückenden Bedürftigkeit (paupertas), konkretisiert durch die geflügelte Hand in der Rechten und den lastenden Stein in der Linken.

Wir hoffen, dass ARBITRIUM seinerseits bei der Aufgabe, jeweils für angemessene Urteile über das Verhältnis von angestrebten Zielen und der Bewältigung der zugehörigen Probleme zu sorgen, das Gewicht dessen, was der Stein bedeuten kann, bewältigen wird. Rezensionen bieten dem Buchautor und seinem Werk einen ersten Dialog an, führen Neuerscheinungen in das allgemeine Fachgespräch ein, zeigen die seltene Tugend des Hinhörens auch dann, wenn das abschließende Urteil auf Skepsis und Warnung nicht verzichten kann. Nur durch die offene, den Standpunkt des Rezensenten markierende Kritik, wie sie der Form der Rezension eigen sein sollte, wird ein Fach über jenes Instrumentarium der Selbstkontrolle verfügen, durch das es auch mit der Aufdeckung fachlicher Fehlleistungen die Hoffnung auf beständigen Erkenntnisgewinn stets neu zu rechtfertigen vermag. Wissenschaftliche Literatur, die sich nicht mehr der Kritik einer grundsätzlich unbeschränkten Öffentlichkeit stellte, entzöge sich einer solchen Selbstkontrolle. Der Wert der wissenschaftlichen Publikation scheint uns darin zu liegen, dass der Autor mit dem eigenen, geschriebenen Wort sich dem Urteil der kompetenten Fachkollegen ausgesetzt sieht und in Rezension und Kritik neue, ihm bis dahin oft verborgene Dialogpartner erhalten kann. Ein Buch, das nicht kritisiert wird, ist nicht eigentlich an die Öffentlichkeit gelangt.

Seit nunmehr 25 Jahren führt die Rezensionszeitschrift ARBITRIUM Neuerscheinungen durch kritische Würdigung in das Fachgespräch der germanistischen Literaturwissenschaft ein. Vorwiegend widmet sie sich Arbeiten, die literarische Werke des deutschen Sprachgebiets von den Anfängen bis zur Gegenwart behandeln. Auch lateinische Literatur des deutschen Sprachraums zählt zu den Gegenständen der hier gewürdigten Arbeiten. Außer den Arbeiten zur deutschen Literatur werden weitere Bereiche, wie Buch- und Bibliotheksgeschichte, Leser- und Verlagsgeschichte, Sozialgeschichte der Literatur im deutschsprachigen Raum, Philologien anderer Sprachen, Geschichte einschließlich Sozial- und Bildungsgeschichte, Theologie, Philosophie, Kunstgeschichte, Volkskunde etc. regelmäßig berücksichtigt.

Seit 2004 wird ARBITRIUM von Wolfgang Harms, Friedrich Vollhardt und Peter Strohschneider herausgegeben.










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